BAUGESCHICHTE DER PFARRKIRCHE
 

 

Die r.k. Pfarrkirche, die inmitten des örtlichen Friedhofes steht, ist etwa um 1270, also in romanisch-frühgotischer Zeit entstanden und den beiden hll. Apostelfürsten Petrus und Paulus geweiht.

Die Pfarrkirche, wie sie sich heute darstellt, zeigt einen romanischen Kern, einen Quaderbau. An der Südseite wurde das Mauerwerk bei den Restaurierungsarbeiten in den 70er Jahren freigelegt und nicht mehr verputzt, ist also deutlich sichtbar. Auch ein schmales Rundbogenfenster ist zu sehen. Die einschiffige Kirche hat eine lang gestreckte Rechteck-Apsis. Im Schiff ruhen die Innen-Wandpfeiler auf romanischen Kämpfern, im Altarraum finden wir ein frühgotisches Kreuzrippengewölbe über romanischen Doppeldiensten. Die kleinen schmalen freigelegten Fenster zeigen den Übergang von der Romanik zur Gotik.

Die für eine gotische Kirche bezeichnenden Strebepfeiler gibt es bei der Zurndorfer Pfarrkirche nicht, was ein weiteres Indiz dafür ist, das die Grundmauern des Kirchenschiffes und des Presbyteriums aus der romanischen Zeit stammen müssen.

Der Westturm der Kirche ist neu, er wurde im Jahr 1857 nach einem Großbrand gebaut. Beim ursprünglichen Bau dürfte sich ein frühgotischer Ostturm über dem Zwischenjoch befunden haben, wie es im Grundriss noch deutlich erkennbar ist.

     
Bei den Renovierungsarbeiten wurde ein sehr interessantes Fresko, das die Kreuzigung des Herrn mit Maria und Johannes darstellt, freigelegt. Es könnte, so wird aufgrund des Themas und auch der Darstellung vermutet, aus der Zeit stammen, als die Kirche in evangelischem Besitz war (1610-1673).  
     

  Das wertvolle Hochaltarbild von F.G. Herzsch nach einer Radierung von Maulpertsch, welches 1964 restauriert wurde, zeigt den Abschied der Apostelfürsten Petrus und Paulus vor ihrer Hinrichtung.

 

Die bemerkenswerten Seitenaltäre stammen aus dem 17. Jahrhundert und sind wie folgt bestückt:

 

Linker Seitenaltar: flacher Rahmen mit Halbsäulen und Knorpelwerkohren – Ölbild Maria mit Kind, Mutter vom guten Rat –  Seitenfiguren des hl. Sebastian mit den Pfeilen und des hl. Rochus mit dem Hund.

Rechter Seitenaltar: flacher Säulenaltar mit Akunhusohren – Aufsatz mit klassizistischen Vasen und Rocaillenornamentik – Ölbild hl. Franziskus mit dem Empfang der  Wundmale – Seitenfiguren der hl. Barbara mit dem Turm und der hl. Katharina.

 
         

 

Kanzel: Mitte 18. Jahrhundert – am dreiseitigen Korb Relief mit dem Opfer Abrahams – auf dem Schalldeckel Mosestafeln und eherne Schlange.  

 

 

Literaturangabe

Paul Ebner, Chronik der Marktgemeinde Zurndorf, Neusiedl am See 1986
Rittsteuer Josef, Anfänge burgenländischer Pfarren, Eisenstadt 1996

 

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